Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan und wann lohnt sich ein iSFP wirklich?
- 9. Oktober 2026
- Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt Ihnen in klarer Reihenfolge, welche energetischen Maßnahmen an Ihrem Gebäude sinnvoll sind, und sichert Ihnen ab 30.000 Euro Investition einen Förderbonus von 5 Prozentpunkten auf den Kostenanteil darüber. Nach der BAFA-Förderung bleibt für ein Einfamilienhaus meist ein Eigenanteil von mindestens rund 1.000 Euro.
Steigende Energiekosten, ein veralteter Heizkessel und der Wunsch nach mehr Wohnkomfort — viele Eigenheimbesitzer wissen, dass eine Sanierung nötig wäre, aber nicht, wo sie anfangen sollen. Genau hier setzt der individuelle Sanierungsfahrplan an: Er liefert einen klaren Fahrplan, mit dem Sie Schritt für Schritt die richtigen Maßnahmen umsetzen.
Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan?
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) standardisiertes Beratungsinstrument. Ein zertifizierter Energieberater analysiert den energetischen Ist-Zustand Ihres Gebäudes und erstellt daraus eine Empfehlung, welche Sanierungsmaßnahmen in welcher Reihenfolge wirtschaftlich sinnvoll sind. Im Gegensatz zu einem einfachen Energieausweis berücksichtigt der iSFP auch technische Abhängigkeiten zwischen einzelnen Maßnahmen — etwa ob zuerst die Fassade gedämmt oder die Heizung getauscht werden sollte.
Der Sanierungsfahrplan gliedert sich in aufeinander abgestimmte Maßnahmenpakete, die Sie über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren umsetzen können. So vermeiden Sie Fehlinvestitionen und nutzen Fördermittel optimal aus. Das Ergebnis ist ein farbiges, leicht verständliches Dokument, das auch Laien sofort nachvollziehen können.
Welche Vorteile bringt ein iSFP?
Der größte Vorteil ist die Planungssicherheit: Sie erhalten eine neutrale, fachlich fundierte Einschätzung, welche Maßnahmen den größten Effekt auf Energieverbrauch und Wohnkomfort haben. Statt wahllos in Einzelmaßnahmen zu investieren, arbeiten Sie eine durchdachte Sanierungsstrategie ab. Das spart langfristig Geld und vermeidet typische Sanierungsfehler wie eine zu früh eingebaute Heizung, die nach einer späteren Dämmung überdimensioniert ist.
- Doppelte förderfähige Kosten (60.000 statt 30.000 Euro) und 5 Prozentpunkte Bonus auf den Anteil über 30.000 Euro
- Klare Reihenfolge der Sanierungsschritte über bis zu 15 Jahre
- Neutrale Bewertung durch zertifizierten Energieberater
- Vermeidung von Fehlinvestitionen durch aufeinander abgestimmte Pakete
- Steigerung des Immobilienwerts durch dokumentierte Energieeffizienz
- BAFA-Förderung deckt 50 % der Beratungskosten
Was kostet ein iSFP für ein Einfamilienhaus?
Die Kosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan liegen für ein Ein- oder Zweifamilienhaus in der Regel zwischen 1.650 und 2.400 Euro brutto. Die BAFA übernimmt 50 % der förderfähigen Beratungskosten, maximal 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Als Eigentümer bleibt Ihnen damit in der Regel ein Eigenanteil von mindestens rund 1.000 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern ab drei Wohneinheiten liegt der maximale Zuschuss bei 850 Euro.
| Gebäudetyp | Typische Kosten (brutto) | BAFA-Zuschuss (max.) | Eigenanteil (ca.) |
|---|---|---|---|
| Einfamilienhaus | 1.650 – 2.400 € | 50 %, bis 650 € | 1.000 – 1.750 € |
| Zweifamilienhaus | 1.850 – 2.700 € | 50 %, bis 650 € | 1.200 – 2.050 € |
| Mehrfamilienhaus (ab 3 WE) | 2.200 – 3.300 € | 50 %, bis 850 € | 1.350 – 2.450 € |
Tipp
Fragen Sie bei Ihrem Energieberater nach, ob die BAFA-Förderung direkt verrechnet wird. Bei Rucker IB übernehmen wir die komplette Fördermittelbeantragung, sodass Sie nur den reduzierten Eigenanteil bezahlen.
Wer darf einen iSFP erstellen?
Einen individuellen Sanierungsfahrplan darf ausschließlich ein bei den Energieeffizienz-Experten des Bundes gelisteter Energieberater erstellen. Diese Datenbank wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle geführt und stellt sicher, dass der Berater über die nötige Qualifikation und Weiterbildung verfügt. Ohne diese Listung kann kein iSFP erstellt werden, der für den Förderbonus anerkannt wird.
Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass der Berater Erfahrung mit Ihrem Gebäudetyp hat und die Fördermittelbeantragung direkt mit übernimmt. Bei Rucker IB ist Geschäftsführer Valentin Rucker als zertifizierter Energieberater bei den Energieeffizienz-Experten der Bundesregierung gelistet — die Beratung, der iSFP und die Förderanträge kommen aus einer Hand.
Ablauf: So entsteht Ihr Sanierungsfahrplan
Die Erstellung eines iSFP folgt einem klar strukturierten Prozess, der in der Regel zwei bis vier Wochen dauert. Sie müssen dabei keinen großen Aufwand betreiben, der Energieberater führt Sie durch jeden Schritt.
Kostenlose Erstberatung
Telefonisches oder persönliches Vorgespräch zu Ihren Zielen, dem Gebäudezustand und den Fördermöglichkeiten.
Vor-Ort-Begehung und Datenaufnahme
Der Energieberater untersucht Gebäudehülle, Heizung, Fenster und Dach. Vorhandene Bauunterlagen werden gesichtet.
Analyse und iSFP-Erstellung
Auf Basis der Daten berechnet der Berater den Ist-Zustand und erarbeitet Maßnahmenpakete mit Kosten-Nutzen-Prognosen.
Ergebnispräsentation und Übergabe
Sie erhalten den fertigen Sanierungsfahrplan mit farbiger Darstellung und einer persönlichen Erläuterung aller empfohlenen Schritte.
iSFP und Förderung: Der 5-%-Bonus erklärt
Wer Einzelmaßnahmen auf Basis eines iSFP umsetzt, erhält über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einen Bonus von 5 Prozentpunkten, also 20 % statt 15 %. Seit dem 21. Juli 2026 gilt dieser Bonus aber nur noch ab 30.000 Euro Investition und nur für den Kostenanteil über 30.000 Euro. Mindestens ebenso wichtig: Der iSFP verdoppelt die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 Euro je Wohneinheit und Jahr. Der finanzielle Vorteil entsteht damit vor allem oberhalb von 30.000 Euro Investition. Bei 60.000 Euro Investition zahlt das BAFA ohne iSFP 4.500 Euro, mit iSFP 10.500 Euro. Davon sind 1.500 Euro Bonus, der Rest kommt aus der höheren Kostengrenze.
Der iSFP-Bonus gilt für alle förderfähigen Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik, sofern die Maßnahme im Sanierungsfahrplan empfohlen wird. Wichtig: Der iSFP muss vor Beginn der Maßnahme vorliegen, nicht erst danach erstellt werden. Der Bonus gilt für Maßnahmen, die innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung des Sanierungsfahrplans umgesetzt werden. Sie können die Maßnahmen also in Ihrem eigenen Tempo umsetzen.
Gut zu wissen
Die Kosten für einen vom BAFA zugelassenen Energieberater mindern nach § 35c EStG die Steuer um 50 Prozent, allerdings nicht, wenn die Maßnahme mit steuerfreien Zuschüssen gefördert wird. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Steuerberater.
Häufige Fragen zum iSFP
Was sind Sowieso-Kosten im iSFP?
Sowieso-Kosten sind Ausgaben, die auch ohne energetische Sanierung anfallen würden — etwa ein neuer Außenputz bei einer ohnehin fälligen Fassadenreparatur. Im iSFP werden diese Kosten herausgerechnet, sodass nur der energetisch bedingte Mehraufwand als förderfähig gilt.
Welche Nachteile hat ein individueller Sanierungsfahrplan?
Ein iSFP hat kaum echte Nachteile. Der verbleibende Eigenanteil rechnet sich vor allem bei größeren Vorhaben: Den Bonus von 5 Prozentpunkten gibt es seit Juli 2026 nur noch auf den Kostenanteil über 30.000 Euro, dazu verdoppeln sich die förderfähigen Kosten. Die Bearbeitungszeit von zwei bis vier Wochen sollten Sie bei Ihrer Planung einkalkulieren.
Was ist der Unterschied zwischen iSFP und Energieausweis?
Ein Energieausweis dokumentiert den aktuellen Energieverbrauch oder -bedarf eines Gebäudes. Der iSFP geht deutlich weiter: Er enthält konkrete Maßnahmenempfehlungen in sinnvoller Reihenfolge, Kostenprognosen und erhöht die förderfähigen Kosten samt Bonus. Der Energieausweis ist ein Stichtags-Dokument, der iSFP ein Planungsinstrument.
Kann ich die Kosten für einen iSFP steuerlich absetzen?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen ist das möglich. Die Kosten für einen vom BAFA zugelassenen Energieberater mindern nach § 35c EStG die Steuer um 50 Prozent. Beachten Sie: Wird die Maßnahme mit steuerfreien Zuschüssen gefördert, ist die Steuerermäßigung ausgeschlossen. Ein Steuerberater kann die genauen Möglichkeiten in Ihrem Fall prüfen.
Wie lange ist ein iSFP gültig?
Der iSFP-Bonus gilt für Maßnahmen, die innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung des Fahrplans umgesetzt werden. In diesem Zeitraum können Sie die empfohlenen Maßnahmen schrittweise umsetzen, der Bonus greift jeweils auf den Kostenanteil über 30.000 Euro. Eine Aktualisierung ist sinnvoll, wenn sich Förderbedingungen wesentlich ändern oder neue Maßnahmen hinzukommen.
Fazit: Lohnt sich ein iSFP?
Ein individueller Sanierungsfahrplan ist die wirtschaftlich klügste Entscheidung vor jeder energetischen Sanierung. Für einen Eigenanteil von rund 1.000 Euro erhalten Sie einen verbindlichen Fahrplan, der Fehlinvestitionen verhindert, die förderfähigen Kosten verdoppelt und ab 30.000 Euro Investition 5 Prozentpunkte zusätzliche Förderung auf den Anteil darüber sichert. Der iSFP rechnet sich vor allem bei Vorhaben über 30.000 Euro — und gibt Ihnen die Sicherheit, dass jeder investierte Euro am richtigen Platz sitzt.
Quellen: BAFA — Energieberatung für Wohngebäude, Gebäudeenergiegesetz (GEG)


